Gottes Vorausgehen

Der Dienst der „Macher“

Wenn ich eine Gemeinde oder Hausgemeinde leite, ergreife ich die Initiative, ich übernehme das Kommando, ich bin verantwortlich für die Motivation und das Anwerben der Mitarbeiter, dafür zu zeigen wo es langgeht und die Dinge zum Laufen zu bringen. Tue ich das nicht, verläuft alles im Sande. Ich bin mir der tendenziösen Apathie, der menschlichen Anfälligkeit für Trägheit oder Arbeitsunwilligkeit bewusst und ich benutze meine Leiterschaft dem entgegenzuwirken.

Wurden wir nicht so über Leiterschaft unterrichtet? Ist das Gottes Wille? Aber wenn es so nicht sein soll, wie denn dann?

Der Dienst der “Achtsamen”

Im Gegensatz dazu sollte Leiterschaft im Sinne von Fürsorge für die anvertrauten Seelen von dem trainierten Bewusstsein geleitet sein, dass Gott schon die Initiative ergriffen hat!

Wir bei Lukas 10 nennen dies die Gewohnheit des (sich) Beachtung Schenkens. Die Theologie beschreibt diese Wahrheit als “das Vorausgehen Gottes”. Gott ergreift immer und überall die Initiative. Er bringt Dinge zum Laufen. Er hatte am Anfang das erste Wort und Er hat es weiterhin.

“Das Vorausgehen Gottes” ist die Überzeugung, dass Gott schon unablässig und gewissenhaft, erlösend und strategisch am Werk war, bevor ich auf der Bildfläche erschien und bevor mir klar war, dass es hier etwas für mich zu tun gibt.

Dies bedeutet, dass alles, wirklich alles, was wir tun, lediglich eine Antwort ist auf Gottes initiatives Handeln.

Unser Dienst geschieht nicht als eine eigene Anstrengung, es ist Jesus, der initiativ durch und in uns handelt. Von Jesus ergeht der Ruf “Folge mir” (Mk 2,14), d.h. Er geht unserem Tun voraus. Wir hören auf ihn, wir sehen, was er tut, und begeben uns in seine Nachfolge. Im achtsamen Hören und Sehen auf den Vorausgehenden überwinden wir jene gesetzliche Programmatik, in der wir es waren, die planten, umsetzten und erst dann um Gottes Segen für unser Tun baten. Wir folgen damit Jesu Vorbild. Jesus selbst sagt, dass auch er nichts aus eigener Initiative tue, sondern nur ausführe, was er den Vater tun sieht (Joh 5,19). Auf diese Weise setzt sich das Wirken des vorausgehenden Vaters über Jesus in uns fort. Er ist der “Macher” aller Dinge.

Wir lernen in diesem neuen Ansatz von Leiterschaft, bewusst auf dasjenige göttliche Wirken zu achten, das schon am Laufen ist, so dass jenes zuvor nicht hörbare Wort Gottes nun gehört, das zuvor nicht beachtete Wirken Gottes bemerkt wird.

Folgende Fragen könnten uns dabei helfen:
– Was hat Gott hier schon getan?
– Welche Spuren von Gottes Gnade sind in diesem Leben schon zu erkennen?
– Welche “Liebesgeschichte” kann ich in dieser Gruppe erkennen?
– Was hat Gott schon in Bewegung gebracht, das ich fortführen kann?

Schlussfolgerung und Anwendung

  • Hast du diesen „Dienst der Macher“ schon am eigenen Leib erfahren? Wann war es dein Job, die Initiative zu ergreifen, das Kommando zu übernehmen, die Verantwortung für die Motivation und Anwerbung zu tragen: Welche Auswirkung hatte dies auf dein Leben? Welche Frucht hast du gesehen?
  • Wie ändert sich durch die Erkenntnis von Gottes Zuvorkommen dein Verständnis von deinem Dienst?
  • Hast du schon Erfahrungen damit gemacht, Dinge gelernt zu haben “nur für den Fall”, dass du sie eines Tages vielleicht brauchst? Worin liegt der Unterschied, Dinge just-in-time zu tun, wenn Gott sie “zur rechten Zeit” vorgibt?
  • Wie wichtig ist es, die Gewohnheit des Aufeinander-Achtens (Uns-Wahrnehmens) zu pflegen?
  • Hast du funktionierenden Gottesglauben schon in Aktion gesehen? Wie sah er aus? Wie hat er sich angefühlt?
  • Was von Gottes zuvorkommendem Tun in deinem Leben bemerkst du zurzeit? Und in deiner Hausgemeinde? Was iniziiert Gott gerade? Hast du ein Gespür dafür, wie du IHN begleiten kannst?


Tausche dich mit deinem w2o3 Partner und Team darüber aus, was du in dieser Lektion gelernt hast.
Bring jemandem in dieser Woche „das Zuvorkommen Gottes“ bei. Frag den Herrn, ob es jemanden gibt, der von diesem Konzept profitieren könnte. Sende diese Lektion weiter und spricht mit ihm darüber.

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