Fruchtbarer Gemeindebau auf organische und persönliche Art braucht Neudefinitionen, Zeit und Mut

Viele umdenkende christliche Leiter suchen z.Zt. nach neuen Formen von Gemeinde / Gemeinschaft, sie wollen umstrukturieren, ihre Leiter neu motivieren, ihren verunsicherten Schäfchen Halt bieten. Sie möchten nun vielleicht sogar das früher oft vermisste persönliche Verantwortungsbewusstsein zeigen, was wirklich ein guter Ansatz – eben gut gemeint – ist.
Dabei wissen sie meist nicht viel mehr als das „vertraute Gemeindeleben“, wie Gottesdienste, Programme für Kids und Teens, usw.. anzubieten. Kleingruppen – ja klar, aber zuerst…

Das „Vertraue, Gewohnte“ das hätten wir damals – geistlich ganz alleine auf uns gestellt – gerne wieder gehabt – in Unkenntnis von „dem besseren Teil (der Maria…)“.

Heute, nach 5 Jahren, sehen wir das völlig anders! Wir sind Gott unendlich dankbar für den steinigen Weg, den wir zu gehen hatten…

Gut gemeint ist nicht gut gemacht… haben wir gelernt…

Unsere Erkenntnis: als „Busy Martha“ baut man nämlich unbewusst weiter am alten System / Schlauch… und als solche Organisation fördert man weiterhin Anonymität, Unmündigkeit, Konsum- Christentum, geistlichen Missbrauch… Wer will denn das noch?!

Nicht anonyme Godi- Veranstaltungen samt eingefrorenem Türsteher- Lächeln, sondern persönliche Zuwendung, Verständnis, Rehabilitation, Trost und Heilung durch Gleichgesinnte in kleiner Runde, einfach regelmäßig unverkrampft Zeit miteinander haben – das hätten wir damals mehr als alles andere gebraucht.
Unsere Hauskreise haben trotz gutem Willen nie richtig funktioniert…
Heute wissen wir warum…

„Weniger ist mehr“ wurde zu unserem Leitspruch und „Prüfe alles, das Gute behalte“ zu unserer Richtschnur…

Ein kleiner Ausflug in die „Kirchengeschichte“:

Jesus baute Seine erste Gemeinde auf einfachen Familienstrukturen auf, die er sicher schon zu Hause lernte… Bei dieser Art Gemeindebau nimmt Jesus sich viel Zeit für jeden Einzelnen – das sollten wir besser auch tun…

“Shalom beits” (Häuser des Friedens“, Lk10) scheint es spätestens seit der babylon. Gefangenschaft zu geben, weil die jüdische Gemeinschaft da wieder ohne Tempel war —> erneut treibt sie also die Not der fehlenden Geistlichen Instanz zusammen und zu Gott selbst! War das etwa Gottes Absicht?! Schon am Berg Sinai versuchte Er sie zurück in Seinen eigentlichen Plan zu führen – in persönliche Gemeinschaft und Austausch mit Ihm.  Sie aber wollten nur über ihren Leiter Moses Kontakt zu Gott, 2.Mo.20,19+21… Kommt uns das bekannt vor?!

Und als die ersten Jünger es dank Jesus endlich schnallten und die christlichen Ur-Gemeind(schaft)en in den Häusern installierten, kam nach 300 n.Chr. Kaiser Konstantin daher und zerstörte Gottes gute Pläne wieder grundlegend, indem er den Christen neue große Kirchengebäude und Vorsteher (Bischöfe) zur Verfügung stellte – wie großzügig von ihm…  Absicht vom Feind?!

Diese ca. 1700 Jahre wirken bis heute noch in uns…

Wie gut, dass die letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte immer wieder von Reformationen geprägt waren…

Und jetzt ist endlich die letzte Reformation Seiner Braut dran, die als „einiger“ Leib in gleichwertiger, enger Gemeinschaft miteinander und mit Ihrem Bräutigam (Matth.18,19+20 = w3o3!) lebt und die sich gegenseitig sehnsüchtig erwarten…

Es geht uns also nicht um etwas völlig Neues, sondern ums Original, um Neu- Definitionen: was versteht Jesus wirklich unter „Leib“, „Gemeinde“, „Gemeinschaft“, „Gebet“, „Pastor“, Apostel“, „Unterordnung“, „geistlicher Abdeckung“ (oft gruselig dieser Missbrauch hier…) usw…? Und wie antworten wir darauf? 

All diese Begriffe – und sicher noch mehr – müssen wir von einem neuen Blickwinkel aus wahrnehmen. Vieles wurde richtig gelehrt, wir sind dankbar für alle guten, biblischen Grundlagen, die wir empfangen haben! Wir leiden eher unter geistlicher Verstopfung als an Unterernährung…

Warum nur schafften wir die Umsetzung nicht???  Viele sind da frustriert und das liegt nicht generell an der Lehre, sondern an der alten babylonischen (Turm-)Struktur! Das ungöttliche System „Kirche“, der alte Schlauch ist schuld dran! (Siehe Frank Krause: die Geisterstadt, Hirtenherz). Wayne Jacobsen: die Gemeinschaft der neuen Schöpfung, Frank Viola: Ur-Gemeinde, Ur-Praxis…) 
Gerne tauschen wir uns mit dir, dem Leser, darüber aus.

Die „Entgiftung vom System“ sah (bei uns notgedrungen) so aus: keine ständig nachfließenden Inputs (Predigten), keine „stabilisierenden“ Strukturen (klassischer Godi, Programme, „Lobpreis“) außer w2o3 (Treffen mit Freunden und Jesus), und ohne eingeschriebene Mitgliedschaft (= kein „geistlicher Schutz“ und ohne „Abdeckung“?? – wie rebellisch und gefährlich!;-)…
Unser persönliches Fazit nach den letzten 5 Jahren: kein Mangel, sondern mehr Schutz, mehr Fülle, Echtheit, Authentizität, echte Freundschaften… aber durchaus noch ausbaubar.
Die Früchte
– dieser Abstinenz (Ausnahme: „alternative“ Konferenzen (Gegenwart Gottes – wenig Programm und Lehre),
– diesen Mutes (von traditionellen Christen wird man oft schief angeschaut) und
– der investierten Zeit in die wirklich wichtigen Beziehungen (Oberhirte Jesus und einige wenige Freunde, die Schutz und Verständnis boten):
Wir sind heiler, selbstsicherer, gelassener, geduldiger, Gott-abhängiger geworden als in 25 Jahren „Mitglied einer charismatischen Gemeinde“ (unsere Neudefinition für diese „unermüdliche Bekehrungsmaschine“: eine (zu unserer Zeit) wirklich gute Evangelisations- und Bibelschule, mit hervorragenden Worship-Konzerten, aber nicht (mehr) Gemeinde im Sinne von gelebter Gemeinschaft, Einheit, Jüngerschaft).

Unsren Weg / die Berufung mit Jesus selbst finden zu müssen, vom Hörer zum Täter des Wortes Gottes sozusagen, hat uns reifer und mündiger werden lassen…
Die wenigen Leute um Lk10, die uns regelmäßig coachen, haben uns alle experimentellen Freiheiten gelassen, ohne uns allein zu lassen. Lediglich mit ein paar guten beziehungstechnischen Anregungen (nur das Tool und einige Gemeindebau-Tipps) und Ermutigung, haben sie uns (langjährige, gut gelehrte Christen wohlgemerkt!) mit Jesus zu zweit losgeschickt.
Das reicht.
Dafür sind wir sehr dankbar!

Weniger ist Mehr!

Wir wissen heute, dass Jesus Seine Gemeinde souverän selbst baut – mit uns als Seinen Partnern – aber Er ist der Boss, der entscheidet, mit wem Er will, wann Er will, was Er will und wie Er es will! Und wenn wir Ihm zuhören, Ihn wirklich lassen (eigene Kontrolle abgeben) und Ihm einfach hinterdrein gehen (folgen), klappt das richtig gut. Dann verbindet Er Menschen miteinander, macht Er das Programm, bestimmt Er den Lobpreis, sieht und heilt Er wen und wann Er will. Auch ohne teure Gebäude, usw… Wie damals ganz am Anfang der Gemeinde…

Das vertrauensvolle Loslassen althergebrachter Vorstellungen fällt uns immer mal wieder schwer, und wir fallen ins altbekannte „Macher-Muster“ (siehe Blog Eintrag),  denn es geht auf organische Art langsamer, unkonventioneller und spontaner zu als uns manchmal lieb ist… Dafür weitgehendst ohne menschliche Kontrolle und Missbrauch, Dienstgemeinschaften, „Muss“… Halleluja!!! Einfach genial!!!

Wir empfinden (und immer mehr „systemmüde“ Christen weltweit mit uns), dass man mit dem „klassischen“ konstantinischen Gemeindeaufbau (erst Gebäude, Pastor, Programm, Budget) das Pferd von hinten aufzäumt...  
Unsere Beobachtung: Hausgruppen kommen nicht nach allem andern, sondern alles andere entsteht durch die enge, vertrauensvolle Gemeinschaft zu zweit und dann in kleiner Runde, usw…. Wie eine fruchtbare Familie eben, nur geistlich: Und Adam erkannte Eva…
Das Resultat heutzutage 1 + 1 = ca.7,6 Milliarden Menschen. Gott hat auch klein angefangen mit uns…

Siehe auch → Hausgemeinden